VFL II gegen Tus Esingen

Das war ein Fehlstart, den ich so noch nie erlebt habe. Zum ersten Mal seit der Jugend spielten wir also wieder 4 gegen 4. Alle in der Halle wussten damit zu Beginn nicht ganz so viel anzufangen, keiner wusste, was da auf einen zukommt. Wir waren superpünktlich da und freuten uns, dass die Saison endlich wieder losging. Der Impfstatus bzw. die Testergebnisse wurden begutachtet und dann ging es los. Doppel selbst zählen. Schon ätzend! Sascha und Robert hatten gar keine Probleme mit deren Doppel 1 und gewannen souverän. Jens und ich bekamen pausenlos Bälle um die Ohren geballert, die uns doch sehr überraschten. Zusätzlich war ich in den ersten drei Sätzen gar nicht existent. Jens hielt uns aber am Leben. Ab Satz vier hatten wir dann Gegner und Spiel unter Kontrolle. Nach einer Führung von 7:3 im 5. Satz spielten wir aber zu ungestüm und gaben das Spiel noch ab. Erstes „unfassbar“.
Sascha hatte gegen Hinz eigentlich alles unter Kontrolle, verlor aber irgendwie den 2. Satz und verdrehte sich die Hüfte. Das Spiel ging so schnell weg, nächsten „unfassbar“. Ich gewann dann gegen Ziarko relativ ungefährdet, aber auch ohne zu glänzen. Robert hatte Hauschildt im 1. Satz super im Griff und auch Jens wirkte so, als könne gar nichts schief gehen. Dann verdrehte Jens sich das Knie und fortan waren Seitwärtsbewegungen kaum noch möglich. Man muss erwähnen, dass der Boden spiegelglatt war, man trotz permanenten Gang zum nassen Tuch, um wieder einigermaßen Gripp unter die Schuhe zu bekommen, nie einen sicheren Stand im Ballwechsel hatte. Überhaupt die Bedingungen: Die Platten nahmen null Schnitt an und der Ball sprang wie ein Flummi.
Das Ende vom Durchgang im unteren Paarkreuz bedeutete, jeweils eine Niederlage von 1:3. Es dämmerte uns nun, dass das ein sehr schwieriger Abend werden würde.
Wir feuerten uns an, um noch einmal alles rauszuholen. Ich spielte gegen einen Hinz, der alles Risiko in den ersten Ball legte. Entweder er traf oder eben nicht. Ich war quasi Zuschauer in diesem Spiel und habe nicht eine echte Rückhand gezogen… Im 5. Satz musste ich dann vier hundertprozentig tödliche Netzbälle hinnehmen und verlor das Spiel. Sascha kämpfte eher mit sich, gewann aber noch das Spiel. Jens spielte eigentlich gut, trotz seiner Einschränkungen, machte dann aber doch immer wieder einen leichten Fehler, der Hauschildt zum Sieg reichte. Robert spielte Vogt nur einen Satz nicht clever genug an, konnte aber letztlich sicher gewinnen. Jetzt stand es 4:6 und wir mussten die Doppel gewinnen, um wenigstens noch ein Unentschieden mitzunehmen. Es wurde ein großer Kampf, der leider nicht belohnt wurde. Das entscheidende Doppel ging im 5. Satz zu 9 weg und unser Doppelsieg zählte nicht mehr.
Auswärtsniederlage 4:7!!!
Das war so überhaupt nicht vorstellbar gewesen. Man kann festhalten: Das Spielsystem ist sehr gewöhnungsbedürftig, da man quasi während des Punktspiels für gar nichts Zeit hat. Man ist nur am Spielen. Das Coaching ist fast unmöglich, gerade im Doppel! Auch Anfeuern ist mit einer Person auf der Bank nicht der Hit! Wir sind der Meinung, dass eine Punktspielatmosphäre so kaum aufkommen kann. Das geht nur mit vielen Zuschauern und wir hoffe auf eure Unterstützung bei den Heimspielen, damit wir die heute verlorenen Punkte gegen den Abstieg irgendwo wieder reinholen können. Die Jahnhalle muss zur Festung werden!!!
Der Rückweg passte dann komplett ins Bild, das Nawi ließ mich durch Hamburg fahren und ich verfuhr mich pausenlos, da die Baustellensituationen selbst für google zu unerwartet kamen. Dann freuten wir uns über eine offenen Tankstelle, Hamburg verkauft aber nach 22 Uhr keinen Alkohol, wegen Corona!!! Nächstes „unfassbar“!!! Und dann ging die Welt unter und ich schwamm per Auto mit ganz zarten 50-100km/h nach Schwartau zurück.
Ach ja, wer denkt, beim 4er-Mannschaftssystem ist man schneller fertig und kommt früher zu einem Kaltgetränk, auch das hat zumindest gestern nicht geklappt. Wir waren um 1:30 Uhr zu Hause.
Lutz

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